Erfolg im Radtourismus: Das Rad läuft rund.

Radfahren ist ein Megatrend und das Potenzial für den Radtourismus noch wenig erschlossen. Dennoch, der Boom allein ist noch kein Garant für den Erfolg.

Der unverlässliche Winter und das sich ändernde Konsumentenverhalten (nachhaltiger Konsum, Green-Destination) machen aus dem einstig boomenden Markt Wintersport ein eher stagnierendes Geschäft – die Suche nach Alternativen hat begonnen.

Radtourismus ist eine der nahe liegenden Antworten, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsfaktors Tourismus in den Alpen weiter zu sichern. Radtourismus hat das Potenzial den Sommertourismus in den Alpen zu stärken. So zeigt eine Studie des Instituts für Regionalentwicklung der EURAC aus Bozen (2015) ein Marktpotenzial von etwa 70 Mio. Gästen aus den relevanten Kernmärkten auf, die für Radtourismus affin sind.

Die globale Renaissance des Bicycleist eine Entwicklung, die von den Touristikern in den Alpen gut beobachtet werden sollte.

Radfahren bewegt sich an der Schnittmenge zu vier globalen Megatrends. In anderen Worten gefasst: Radfahren ist praktisch, stylisch, gesund und ökologisch. Radfahren ist Sport und Freizeit aber auch Mobilität und Genuss – ein geradezu perfekter Mix für ein gelungenes Urlaubserlebnis.

Infolge setzen Destinationen vermehrt auf Wachstum im Radtourismus. Produktmanager und Marketingabteilungen sind intensiv damit beschäftigt, die eigene Ferienregion für diese neue Zielgruppe attraktiv zu machen. Zahlreiche Initiativen in der Produktentwicklung und im Marketing verharren jeodch zu schnell in alten Denkmustern, die der aktuellen Marktdynamik im Bereich 'cycling' nicht Rechnung tragen und eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Destination erschweren. Das ewige Streitthema Wanderwege und Mountainbiking blockiert einen längst fälligen Austausch zwischen wichtigen Stakeholder wie Landwirtschaft, Tourismus, Umweltschutz, Verkehrsplaner und Mobilitätsanbieter. 

Für ein besseres Verständnis der Marktentwicklung ist ein Blick über den alpinen Tellerrand oft hilfreich. Denn das Metronom der Marktentwicklung schlägt in den urbanen Ballungsräumen von San Francisco bis nach Tokyo, von Athen bis nach Oslo. Die traditionellen Radkategorien und Zielgruppen lösen sich auf und der Markt wird zunehmend hybridisiert. Der nordamerikanische Markt ist immer noch tonagebend, was technische Innovationen und neue Konsummuster betrifft, auch wenn in Mitteleuropa der E-Bike boom starke Wurzeln hat. 

Das Fahrrad ist nicht nur Freizeit- bzw. Sportgerät, sondern auch Mobilitätslösung und vermehrt Lifestyle-Objekt.

Die aktuell in den Alpen vorherrschende Interpretation des Fahrrads als reines Freizeitangebot trägt zudem wenig bei, die Sichtweise auf das Fahhrrad neu zu adjustieren: Dass das Fahrrads ein wichtiges Element für eine zukunftsgerichtete Verkehrsplanung und nachhaltigen Mobilitätsangebotes ist – sowohl für Gaste als auch für Einheimische! Ein Wachstum im Radtourismus und bei der Alltags-Radmobiliät können einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsverlagerung bzw. -optimierung leisten und auch im alpinen Kontext Wachstumsimpulse im Tourismus, Service, Handel und Industrie schaffen. 

"Wer ist das Kopenhagen der Alpen?" – nach oben ist nach wie vor viel Luft, wobei die Schweiz mit Sicherheit in den Alpen einen Benchmark setzt. Aber auch andere Regionen sind auf guten (Rad)Wegen. 

Ein Wachstum im Radtourismus ohne Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Radmobilität versprechen keinen nachhaltigen Erfolg.

Erst durch die Verzahnung von verschiedenen strategischen Schwerpunkten – allen voran Tourismus und Mobilität – kann die regionale Wertschöpfung und der Umweltschutz auf ein neues Niveau gebracht werden.

Attraktive Routenführung bei der Planung von Radwegen, Inwertsetzung von Sekundär- und Tertiärstrassen (Ausweisung bspw. von Radstraßen), sichere und überdachte Parkboxen für Rad und Gepäck, kombinierte Angebote Rail&Bike, bessere Integration der Radmobilität in den regionalen ÖPNV, Navigation und Beschilderung, Sensibilisierung des motorisierten Verkehrs sind zentrale strategische Aktionsfelder, die es im Rahmen eines Masterplans 'Fahrrad' schrittweise umgesetzt werden müssen und für dessen Erfolg ein Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft/Tourismus unabdingbare Voraussetzung ist. Ohne einen soliden Masterpan 'Fahrrad' ist eine zeitgemäße Mobilitätspolitik, Umweltpolitik und Destinationsmanagement schwer machbar.

Das Fahhrad feierte 2017 seinen 200. Geburtstag und scheint noch immer in Bewegung zu sein. Vor 200 Jahren war es ein Nischenprodukt und es entwickelte sich prächtig. Von der neuen Mobilität des damailgen Adels zur Mobilitätslösung für Jedermann, vom Sportgerät zum Kulturgut – das Fahrrad hat Epochen verändert und möglicherweise wird es auch nochmals so kommen.

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